Methode zur Selbstreflexion - Die Reflexionsspirale

Aktualisiert: März 15

Kennst Du das?

Du sagst oder tust etwas mit einem bestimmten Ziel… und es geht völlig in die Hose.

Ich habe vor Kurzem einen gut gemeinten Rat an eine Freundin weitergegeben, und sie war plötzlich total verletzt und hat sich von mir abgewandt. Ich habe mich nicht verstanden und – ja, sogar angegriffen - gefühlt und wurde sauer auf meine Freundin. Darauf, wie undankbar und „übersensibel“ sie mit meinem Rat umging. Aber das war natürlich noch weniger produktiv, und letztlich haben wir uns beide schlecht gefühlt.


Aber warum war das so?

Ich habe einfach einen schlechten Zeitpunkt und eine schlechte Formulierung gewählt. Es war einfach meine fehlende Einfühlsamkeit, die meine guten Absichten in eine denkbar falsche Wirkung verwandelten.


Was habe ich getan?

Ich habe überlegt, wie ich die Situation „aufklären“ kann, wie ich meiner Freundin meine wohlwollenden Absichten näherbringen kann und wie ich es beim nächsten Mal besser angehen kann. Immerhin habe ich oft gute Ansatzpunkte, nur in der Umsetzung hapert es meist. Mein Einfühlungsvermögen, meine Rhetorik und und und…daran muss ich arbeiten. Und dafür nutze ich die Selbstreflexion.

Notizbuch_Texterin

Die Reflexionsspirale ist eine von vielen Methoden der Selbstreflexion, die ich Dir hier vorstellen möchte. Nimm Dir ein Notizbuch oder einen Rekorder, und halte Deine Gedanken und Ergebnisse fest. Es ist immer hilfreich, Gedanken, Gefühle und Ziele zu visualisieren, wenn Du sie in Zukunft reflektieren willst.


Ich habe die Reflexionsspirale in vier Schritten unterteilt:



Schritt 1 – Der Rückblick


Was wollte ich erreichen / tun / fühlen?

Warum wollte ich das erreichen / tun / fühlen?

Was habe ich erreicht / getan / gefühlt?


Bei dem ersten Schritt solltest Du Dir über die Intention Deiner Handlung Gedanken machen. Was wolltest Du erreichen? Warum wolltest Du genau das erreichen?

Das ist der Grundpfeiler der nächsten Schritte. Denn, wenn Du merkst, dass Dir das Ziel Deiner Handlung gar nicht soo wichtig ist, dann macht die Reflexion auch wenig Sinn.

Außerdem solltest Du Dir bei dem Rückblick auch klar machen, was Du explizit erreicht hast.


Ich habe mir beispielsweise überlegt, was ich mein Rat bei meiner Freundin auslösen sollte.

Der Grund dafür ist natürlich gewesen, dass sie sich besser fühlen sollte und neuen Mut

fassen kann. Allerdings habe ich im Grunde das Gegenteil erreicht. Sie hat sich schlechter

gefühlt und gar nicht erst verstanden, was ich eigentlich von ihr wollte.



Schritt 2 – Analyse & Interpretation


Warum ist es so gelaufen?

Welche Erfahrung habe ich gemacht?

Wie habe ich mich gefühlt? Warum?

Welche Vor- und Nachteile hat das Ergebnis meiner Handlung?

Welche neuen Ziele resultieren daraus?


Der zweite Schritt ist für die Analyse und Interpretation der Situation. Frage Dich, warum es so gelaufen ist, warum Du Dich wie gefühlt hast und welche Vor- und Nachteile es hatte. Vielleicht kannst Du hier schon neue Ziele daraus ziehen, also was Du nächstes Mal erreichen willst, was Du verändern willst etc.


Warum wurde ich nicht von meiner Freundin verstanden? Warum konnte sie den Rat nicht

erkennen bzw. annehmen? Wahrscheinlich habe ich den falschen Zeitpunkt und falsche

Formulierungen genutzt. Was bedeutet, ich habe mich vorher nicht gut genug in meine

Freundin einfühlen können und bin zu wenig auf ihre Gefühle eingegangen. Ich wollte nur

das, was ich loswerden wollte, so schnell wie möglich "raushauen" und dafür die Lorbeeren

ernten. Das war einerseits auch ziemlich egoistisch von mir. Anderseits habe ich mich durch

ihre Reaktion auch schlecht gefühlt. Das heißt mein egoistisches Ziel, ihre Dankbarkeit zu

erhaschen, hat ebenfalls nicht funktioniert. Mein Ziel ist also, die Situation nächstes Mal völlig

anders anzugehen.



Schritt 3 – Handlungsalternativen


Was hätte ich stattdessen tun können?

Was könnte ich nächstes Mal anders machen?

(Ab) Wann mache ich es anders?

Was genau mache ich (im Vergleich zu vorher) anders?


Bei dem dritten Schritt erarbeitest Du Dir Handlungsalternativen. Überlege Dir genau, was Du anders machen möchtest und kannst, vielleicht auch was oder wer Dir dabei helfen kann und ab wann Du etwas anders machen willst (in einer kommenden Situation, absofort, bei dem nächsten Kunden/der nächsten Kundin etc.).


Ich möchte nun anders machen, dass ich mir erstens mehr Zeit nehme, um mich in jemanden

hinein zu fühlen, zweitens einen anderen Zeitpunkt wähle, um meinen Rat zu äußern (bspw.

wenn die Emotionen etwas abgeflacht sind, man gerade in einer entspannteren Situation ist

o.Ä.) und drittens möchte ich an meiner Rhetorik arbeiten. Ich war noch nie die beste

Rednerin, aber möchte es gern werden... :b

Natürlich ist es auch nicht immer, sinnvoll, Ratschläge und Verbesserungsvorschläge zu

äußern, wenn es einem Freund oder einer Freundin nicht gut geht. Für ihn oder sie da sein,

zuhören und Verständnis zeigen reicht manchmal völlig aus.



Schritt 4 – Maßnahmen & Umsetzung


Was mache ich nächstes Mal / in Zukunft konkret anders?


Nun hast Du Dir klar gemacht, was Du anders machen willst und fängst an, Dich auszuprobieren, Handlungsalternativen zu testen und kommst ins Tun!


Ich komme nun in die nächste Situation, die der mit meiner Freundin ähnlich war, und teste

meine Handlungsalternativen aus. Danach beginne ich (manchmal bewusst, manchmal auch

ganz unbewusst), erneut mit der Reflexion. Was wollte ich erreichen? Was habe ich erreicht?


Reflexionsspirale - Methode  Selbstreflexion


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